Naturphänomene

Vulkane
Blitze
Erdbeben
Polarlicht
Gezeiten

Blitze

Immer wieder beeindruckend, aber auch beängstigend, sind Blitze ein jedermann bekanntes Phänomen. Die Ursachen dieser Naturerscheinung kennen wohl die wenigsten so genau. Ein Blitz ist erst einmal eine Funkentladung oder ein Lichtbogen der sich zwischen zwei Wolken oder einer Wolke und der Erde zeigt. Dieses Naturschauspiel ist eine elektrostatische Entladung der in einer Wolke enthaltenen Wassertropfen. Da er mit Donner einhergeht, d.h. sichtbar und hörbar ist, gehört der Blitz zu den Elektrometeoren.

BlitzeTrotz der jahrelangen Forschungen auf dem Gebiet, beginnend im Jahr 1752 mit Benjamin Franklin, über dieses natürliche Phänomen, konnten letzte Zweifel bis heute nicht ausgeräumt werden. Gewöhnlich handelt es sich dabei um Entladungen, die unterteilt werden in Vorentladungen die zusammen 0,01s dauern und die Hauptentladungen deren Dauer lediglich 0,0004 s beträgt. Nach einer Pause von 0,03 s bis 0,05 s geht das ganze Schauspiel wieder von vorn los. Während die Vorentladungen die Erde negativ aufladen, wird durch die kräftigeren Hauptblitze die Atmosphäre mit positiver Energie versorgt. Die wesentlich seltener vorkommenden positiven Erdblitze hingegen laden die Erdoberfläche positiv auf und dauern länger an. Auf diese Art und Weise können bis zu 42 Entladungen aufeinander folgen. Die dabei abgegebene Energie liegt in etwa bei einer Stromstärke von 20000 Ampere. Blitze sind hierzulande etwa 1 bis 2 km lang, in den Tropen mit erheblich höherer Luftfeuchtigkeit auch 2 bis 3 km lang.

Blitze werden aber zusätzlich durch die Form ihrer Erscheinung unterschieden. Der am häufigsten zu beobachtende ist der Linienblitz, der auf direktem Weg den Erdboden erreicht. Er kann aber auch als Bogen, Knoten oder kreisförmige Verschlingung gesehen werden. Ein Flächenblitz dagegen bildet zahlreiche Verzweigungen des Hauptblitzkanals. Der so genannte Perlschnurblitz hat keinen ausgeprägten durchgängigen Blitzkanal sondern zerfällt in einzelne nur wenige Meter lange Segmente. Im Verhältnis zum gewöhnlichen Linienblitz leuchten die verschiedenen Teile viel heller.
BlitzEntgegen allgemeiner Annahmen ist über die Erscheinung des Kugelblitzes bisher sehr wenig bekannt, da dieser ähnlich wie der Perlschnurblitz ausgesprochen selten vorkommt. Die Naturwissenschaften konnten noch keine dieses Vorkommnis erklärende Antworten finden. Zwar können die Kugelblitze im Labor künstlich erzeugt werden, aber ob diese etwas mit der natürlichen Erscheinung gemein haben darf bezweifelt werden. Bilder und Augenzeugenberichte sind auch heute noch rar.
Bekannter ist da schon das Wetterleuchten, das entgegen aller Vermutung vom mitteldeutschen Begriffen für tanzen oder hüpfen abgeleitet ist. Damit wird die Spiegelung eines weit entfernten, d. h. selbst nicht sichtbaren Blitzes, bezeichnet.
Ein weiteres interessantes Naturspektakel ist sicher das Elmsfeuer, das in der Regel an hohen Gegenständen wie Flugzeugen, Antennenmasten oder Schiffsmasten auftritt. Dabei handelt es sich eigentlich um eine der Vorentladungen, die nach Erasmus do Elmo benannt ist. Es ist ein seltenes, aber höchst gefährliches Schauspiel.
Daneben sind kleinere Erscheinungsformen bekannt, zu denen Elfen, Kobolde und so genannte Blue Jets zählen. Elfen treten über Gewitterwolken als rötliche Blitze auf, vermutlich handelt es sich um Blitzentladungen durch die die Gase der Ionosphäre erleuchtet werden. Kobolde lassen sich als rot leuchtende Formen erkennen, deren Formen von pilzartigen Gebilden bis hin zu Lattenzäunen reichen können. Diese Blitze kommen in der Mesosphäre vor und befinden sich oberhalb von Wolken aus denen die positiven Blitze abgegeben werden. Am wenigsten bekannt sind die 1989 erstmals beschriebenen Blue Jets oder Red Sprites, die vermutlich ähnlich wie die Kobolde funktionieren, aber lediglich in 40 km Höhe auftreten. Sie erscheinen als blaue kegelförmige Entladungen.

Da es weltweit ständig eine große Anzahl von Gewittern gibt, wird die Zahl der Blitze die sich in jedem Moment auf die Erde entladen auf etwa 10 bis 30 Millionen geschätzt. Deutschlandweit werden die meisten Blitzeinschläge im Schwarzwald gezählt und es gibt statistisch 3-7 Tote jährlich.


Extern: Blitzschutz