Tagesgeldkonto statt Sparbuch?
Millionen von Sparern in der Bundesrepublik nutzen für ihre kontinuierliche Vermögensbildung das klassische Sparbuch. Die Verzinsung bei diesen althergebrachten Finanzprodukten bewegt sich mit ein bis zwei Prozent pro Jahr allerdings auf einem dramatisch niedrigen Niveau. Anleger sollten in ihre Kalkulation nicht nur den Zinsertrag nach Steuern betrachten, sondern auch die Teuerungsrate mit in ihre Überlegungen einbeziehen. Die Inflation erklimmt in diesen Tagen aufgrund stetig steigender Rohstoffpreise laufend neue Höhen und nähert sich rapide der Marke von drei Prozent. Erzielt ein Anleger auf seinem Sparkonto eine Nettorendite von 1,5 Prozent, bedeutet dies unter Berücksichtigung der Geldentwertung eine reale Vermögensminderung. Anleger, die mit ihrer Geldanlage das gegenteilige Ziel, also eine Vermögensmehrung, anstreben können folglich nicht länger das Sparbuch als ausschließliche Anlage im verzinslichen Bereich wählen. Vielmehr erscheint die Umschichtung in Tagesgeld sinnvoll. Diese in den letzten Jahren zunehmend populärer gewordene Anlageform verdankt ihren klangvollen Namen dem Umstand, dass Anleger jederzeit (also täglich) über ihr Guthaben auf einem Tagesgeldkonto verfügen können. Im Vergleich zum, Sparbuch ergibt sich also kein Nachteil.
Die Rendite jedoch kann sich sehen lassen. Mit rund fünf Prozent im Jahr kann auch nach Steuern und Inflation noch ein positiver Ertrag erwirtschaftet werden. Insbesondere unter Berücksichtigung des Sparerfreibetrages können Kleinanleger attraktive Nettorealrenditen erwarten. Hierzu ist ggf. ein Freistellungsauftrag an die Bank zu erteilen.
Sowohl die Eröffnung als auch die laufende Führung eines Tagesgeldkontos sind in der Regel nicht mit einer Gebührenbelastung verbunden. Die Zinszahlungen erfolgen meist einmal im Quartal, wodurch der Anleger von einem Zinseszinseffekt profitiert. In der Regel erfolgen Transaktionen auf das Tagesgeldkonto über das Girokonto der Hausbank, das als Referenzkonto dient und so auch im Antragsprozess angegeben wird.
Tagesgeld sollte wegen seiner attraktiven Konditionen im derzeitigen Marktumfeld einen hohen Anteil am verzinslichen Portfolioanteil erhalten, da über die günstigen Zinsen hinaus auch noch der Vorteil des Einlagenstatus besteht, so das die von verzinslichen Wertpapieren bekannten Ausfallrisiken sich deutlich geringer gestalten.